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Rap gegen Alkoholmissbrauch Drucken

Das Projekt „HaLT“ bietet Jugendlichen und Eltern Hilfe in Notfällen an
"HaLT" steht für "Hart am Limit". Es bezeichnet ein Projekt, das helfen soll, Kinder und Jugendliche von sinnlosem, exzessivem Alkoholkonsum abzuhalten. In der KLS ging‘s nun einen Tag um den richtigen Umgang mit Alkohol.

Von Dorit Lohrmann

Beim Hip-Hop-Tanzen lassen sich Aggressionen bestens abbauen, wie diese Schülergruppe demonstrierte. "Wie wirst du wieder schneller nüchtern?", steht auf dem Fragebogen. Vor dem Trinken gut und fettig essen? Oder viel Bewegung nach dem Trinken? "Nichts von beidem hilft", lautete die ernüchternde Antwort. Im Gegenteil, fettes Essen kann die Verweildauer von Alkohol im Magen sogar erhöhen, verlangsamt also den Abbau.
Mit dieser und anderen Fragen zum Alkohol konfrontierte Nicole Lepper die Sieben- bis Zehntklässler der Konrad-Lorenz-Schule.
Organisiert hatte den "Präventionstag" das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe (ZJS) in Kooperation mit der städtischen Jugendpflege. Gesponsert wurde das Projekt vom Lions-Club Usingen-Saalburg, der es übrigens nicht nur bei einer Spende von 3500 Euro bewenden ließ, sondern dessen Mitglieder sich selbst tatkräftig einbrachten.

Nachdenken anregen
Spannend auch die Frage, was überhaupt aus medizinischer Sicht ein Rausch ist. Oder ob Männer oder Frauen nach einem Glas Wein einen höheren Blutalkoholspiegel haben. Natürlich wussten die Jugendlichen nicht alle Antworten auf solche Fragen.
Wichtig sei, so die Diplompädagogin, dass man über diese Themen überhaupt einmal nachdenkt. Nicole Lepper führt auch viele Elterngespräche. Oft dann, wenn sie zu einem Fall jugendlichen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus gerufen wird, wo sie ihre Hilfe anbietet.
"Eltern stehen meistens recht ratlos da, wenn es um einen Alkoholexzess ihrer Kinder geht", weiß die Fachfrau. Meistens erlebe sie bei Eltern typische Schwankungen zwischen absoluter Kontrolle und Vertrauensseligkeit. "Es bringt aber nichts, den Jugendlichen Alkohol gänzlich zu verbieten", sagt sie. Die Jungen müssten einen verantwortungsvollen Umgang erlernen.
Verantwortungsvoll heiße aber nicht, dem Nachwuchs einfach blindlings zu vertrauen. Es habe nichts mit falscher Erziehung zu tun, wenn Kinder auch aus sogenanntem guten Hause in unliebsamen Kontakt mit Alkohol gerieten, meint Lepper. "Da spielen so viele Faktoren eine Rolle."

Wege und Möglichkeiten, jungen Menschen einen vernünftigen Umgang mit Alkohol zu vermitteln, suchen Nicole Lepper sowie ihre Mitstreiter in Schule, Jugendpflege und Suchtberatung mit dem Projekt "HaLT" darzulegen.
Für Notfälle steht Lepper ebenfalls bereit. "Ich habe mir für die Zeit um den Jahresanfang extra nicht viel vorgenommen, damit mich die Klinik im Ernstfall erreichen kann", sagt sie.

Taunuszeitung, Usinger Land
Artikel vom 21. Dezember 2011

 
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